Für das ZDF in Afrika

Die Explosion einer versteckten Ladung zerreißt das Dröhnen der Motoren und Ketten. Soldaten springen aus Panzern, gehen in Stellung und bergen Verletzte. Ein Hubschrauber nimmt die Kameraden auf… und das Produktionsteam der weitwinkelmedia dokumentiert den Einsatz auf einem Truppenübungsplatz bei Magdeburg.

Es ist der Auftakt einer Dokumentation für das ZDF. Die Autoren Jörg Stolpe und Daniel Moj begleiten einen jungen Soldaten vor, während und nach einem ersten Auslandseinsatz. Sie wollen ein authentisches Bild einer neuen Generation von Soldaten zeigen, die sich dafür entscheiden, für ihr Land zu dienen. Gleichzeitig zeigt der Film, wie sich die Bundeswehr in den vergangenen 20 Jahren verändert hat: weg von einer Präsenz-Armee, hin zu einer Einsatz-Truppe, die unser Land fernab von der Heimat verteidigen soll.

Die Dreharbeiten starteten im Juni während der Vorbereitung eines Zuges der Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichenhall. In den kommenden Monaten dreht weitwinkelmedia in die Kasernen, auf die Übungsplätze und vor allem in das Einsatzgebiet der Bundeswehr in den Norden der Republik Mali.

Für die 37 Grad Produktion begleitet ein zweiköpfiges Team einen Einsatzzug der Bundeswehr in das Feldlager „Camp Castor“ und dokumentiert der Einsatz der deutschen Soldaten.

In der gesamten Sahel-Region herrscht erhöhte Gefahr für terroristische Anschläge und Entführungen. In weiten Teilen des malischen Staatsgebiets nordöstlich von Bamako und im Norden finden militärische Operationen und Kampfhandlungen statt. Das gesamte Staatsgebiet von Mali inklusive der Hauptstadt Bamako stehen im Fokus von Terroraktionen. Zudem gilt der Einsatzraum der Bundeswehr in Nordmali mit Gao und Kidal als ein Drehkreuz des Drogenschmuggels von Südamerika Richtung Europa.

Am 21. September 2017 sechs Uhr früh am Morgen startete ein A310 der Deutschen Luftwaffe vom Flughafen Köln-Wahn. An Bord: Oberleutnant Matthias Lehna mit seinem Vorkommando und das weitwinkelmedia-Team Daniel Moj und Daniél Piedrola. Im Gepäck: Eine Sony FS7, eine Sony Alpha 7, Drohne und GoPros.

12 Stunden später stehen sie im Feldlager der Bundeswehr in Gao „Camp Castor“. Es ist bereits dunkel und dennoch schiebt sich das Thermometer über die 40 Grad Marke.

Zeit zum Akklimatisieren bleibt nicht: Schon am nächsten Tag startet die Einweisung von Lehna und die Kamera ist dabei. Übernahme von Waffen und Ausrüstung, Einrichten im Lager und die ersten Patrouillen im Einsatzraum der Bundeswehr.

Schutzweste und Helm sind Pflicht außerhalb des Lagers. Maschinengewehre auf den Autos und das Sturmgewehr in der Hand. Die Soldaten verlassen das Camp ausschließlich in gepanzerten Fahrzeugen. Die Situation wirkt nicht gefährlich, aber immer wieder kommt es zu Vorfällen. Die UN-Kräfte haben es immer wieder mit IEDs, improvisierte versteckte Sprengfallen, und TICs, Troops In Contact – also Zusammenstöße mit feindlichen Kräften, zu tun. „Permanente, latente Bedrohung“ beschreibt Lehna die Lage und wirkt so, als wäre er nicht sicher, ob das eine gute oder schlechte Erkenntnis ist.

Der deutsche Gebirgsjäger Lehna hat vier Monate Einsatz vor sich.

Als Soldat der UN-Mission MINUSMA leistet er einen kleinen Teil, den Friedensvertag von 2015 umzusetzen und den Norden Mali zu befrieden. Der junge Mann Matthias wird dabei bis zu 40 Männer und Frauen führen und die Zeit wird ihn verändern.

Für die 37 Grad Dokumentation schauen wir daher immer wieder, wie der vier Monate lange Einsatz der deutschen Soldaten verläuft, welche Erlebnisse, Emotionen und besonderen Momente die Menschen erleben und wie es sie verändert.

Erst im Frühjahr 2018, nach Rückkehr der Bundeswehrsoldaten aus Afrika, wird die Produktion abgeschlossen. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.